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Alleinunterhalter für 2018 gesucht Öffentliche Ausschreibung

kajoter @, Sonntag, 09. Juli 2017, 20:55 (vor 78 Tagen) @ Tommy

Ein weiteres Angebot, über das man nur den Kopf schütteln kann. Wer sich hier bewirbt, fällt den Kollegen in den Rücken.

1. Man muss bedenken, dass man zwar nur 3 x 25 Minuten spielen muss, dass man aber dafür einen gesamten Tag opfert, an dem man nichts anderes machen kann. Dafür sind 180,- € alles andere als gut, zumal man ja auch noch eine eigene Anlage mitbringen und auf- und abbauen muss. Die "incl. MwSt" machen auf den nächsten Punkt aufmerksam: Es ist Brutto!
2. Man muss selbst von Ort zu Ort fahren. Dafür erhält man zwischen 35,- und 60,- €. Bei dieser schwammigen Formulierung gehe ich davon aus, dass die Fahrtkostenerstattung jeweils unter dem tatsächlich bezahlten Benzinpreis liegt. Außerdem wird völlig ignoriert, dass das Auto dabei abgenutzt wird. Wesentlich besser wäre es daher gewesen, eine konkrete Kilometerpauschale anzubieten, statt wieder schwammig auf diesen Posten hinzuweisen. D.h. hier wird man wohl auf jeden Fall zuzahlen.
3. Dass die Gage bei höheren Verkaufszahlen einen Bonus erfahren sollte, ist völlig abstrus. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Aber auf Grund der schwammigen Formulierung gehe ich davon aus, dass eine Bonuszahlung sowieso nicht erfolgen wird. Viel größer erscheint mir die Wahrscheinlichkeit, dass man mangelnde Absätze mit der angeblich fehlenden Güte der Musik in Verbindung bringen wird. Die Logik sollte zwar erst einmal erklärt werden, aber die erste Verbindung zwischen beiden Punkten wird hier schon mal festgelegt. Eine Fortsetzung vor Ort ist daher fast anzunehmen.
4. Es wird ein Frühstück und ein Abendessen bezahlt. Wenn man unterwegs ist, hat man aber meistens etwas mehr Hunger und braucht zumindest eine Kleinigkeit zu Mittag oder am frühen Nachmittag. Das muss man also selbst zahlen.
5. Falls man das vorgegebene Hotel nicht akzeptieren sollte, werden 25,- € für ein anderes Zimmer gezahlt. Da man dafür unmöglicherweise ein Zimmer bekommen kann, muss man also die vorgegebenen Zimmer akzeptieren, selbst wenn der Standard noch so schlecht ist.

Summa summarum: Aus Brutto 180,- werden nach Steuern und Sozialabgaben etwa 120,-, eine kleine Mahlzeit kann sich auf etwa 10,- € belaufen und für zusätzliche Benzinkosten und Kfz-Abnutzung wären - vorsichtig geschätzt - noch einmal 10,- € fällig.
Das heißt: Es bleiben günstigsterweise 100,- € netto für eine Menge Fahrerei, Stress und generell das Leben "on the road". Und: Man kann in dieser Zeit nichts anderes machen und die Handykosten werden steigen - es sei denn, man hat eine Flat.

Es gab einmal Zeiten, da Agenturen versuchten, für Künstler die besten Konditionen herauszuholen. Heutzutage testen sie meistens nur aus, wie tief bei den Künstlern die Schmerzgrenze liegt.


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